Druckverfahren und wo sie eingesetzt werden Übersicht bedrucken

Die meisten Werbeartikel werden mit einem Logo oder eigenem Design bedruckt. Doch wie kommt der Druck auf dein Produkt und welche Methode eignet sich dafür am Besten? In dieser Übersicht findest du alle Druckverfahren und ihren Einsatz einfach und genau erklärt.


Grundsätzlich wird zwischen drei Druckprinzipien unterschieden: 


  1. Fläche gegen Fläche - das Älteste der Verfahren. Dabei wird das Material von einer flachen Gegendruckplatte auf eine eingefärbte Druckformplatte gedrückt. Es ist viel Energieaufwand notwendig und die Geschwindigkeit lässt zu wünschen übrig.
  2. Zylinder gegen Fläche. Dabei wird der Druckzylinder auf den Druckstoff gedrückt während sich der Druckstoff darunter bewegt. 
  3. Zylinder gegen Zylinder. Bei dieser Methode werden zwei Zylinder synchron rotiert. Auf der einen Seite befindet sich der Stoff, auf der anderen Seite die Druckform.

 

Die Druckverfahren werden je nach Art der Druckform unterteilt in:

  • Hochdruckverfahren:
    Die Stellen, die gedruckt werden sollen, sind erhaben und werden eingefärbt. (siehe Bild) 
  • Tiefdruckverfahren:
    Bei diesem Verfahren ist es genau umgekehrt, die zu druckenden Stellen sind vertieft und die erhabenen Elemente farbfrei. (Bild)
  • Flachdruckverfahren:
    Bei dem Flachdruckverfahren wird mit chemischen Prozessen gearbeitet. Da alle Elemente auf einer Ebene liegen, nehmen nur die zu druckenden Stellen die Farbe an.
  • Durchdruckverfahren:
    Beim Durchdruck wird, wie der Name bereits verrät, durch eine Form durchgedruckt während die Stellen, die frei bleiben sollen abgedeckt werden. 
  • andere Druckverfahren:
    Im Laufe der Zeit wurden weitere Druckverfahren entwickelt, die sich nicht einfach zuordnen lassen oder eine Mischung aus einzelnen Vorgängen sind. 

 

Hochdruck

Ob als Kind mit Kartoffelstempeln oder als Unternehmen mit dem Firmenstempel. Viele nutzen ihn täglich, den Hochdruck. Die zu druckenden Stellen erheben sich auf der Druckform über der nicht zu druckenden Fläche, dabei muss das Druckbild spiegelverkehrt aufgebracht werden. Eine gängige Methode dieses Verfahrens ist der Flexodruck. Er ist für weiche Stoffe wie Textilien oder Verpackungsfolien geeignet, da die Druckform aus Kautschuk flexibel über einen Zylinder auf das Material gebracht werden kann. Die Vorteile des Hochdrucks sind die Flexibilität und dass vor allem kleine Schriftgrade gut darstellbar sind. Außerdem ist keine Feuchtung nötig, daher ist Stanzen, Prägen bzw. Perforieren möglich. Nachteil ist jedoch, dass die Druckform viel Platz zur Aufbewahrung braucht und zusätzlich sehr zeit- und kostenaufwändig ist. Das sind die oft genannten “Druckvorkosten”. 

 

Was: Flexible Kautschukform mit erhöhten Stellen

Für: Glas, Verpackungsfolien, Keramik 

 

Tiefdruck

Zu den gängigsten Verfahren gehört der Offsetdruck. Im Rahmen dieser Methode wird oft Papier als bedruckbares Material verwendet wie z.B. Visitenkarten und Flyer aber auch Karton, Kunststoff und Glas sind möglich. Beim Flachdruck befindet sich alles auf einer Ebene während die Druckplatten in lipophile und hydrophile Bereiche eingeteilt werden. Die zu druckenden Stellen sind fettempfindlich und nehmen die Farbe an, die nicht zu druckenden Stellen werden mit Wasser befeuchtet und stoßen die Farbe im Druckverfahren ab. Beim Offsetdruck kommt zuerst von der Druckform auf die Gummituchwalze und wird davon auf das Druckmaterial übertragen. In der Druckindustrie werden heutzutage Rollen- und Bogenoffsetmaschinen eingesetzt, da sie in kurzer Zeit Millionenauflagen herausgeben können. Zusätzlich sind die niedrigen Druckkosten ein Pluspunkt beim Thema Wirtschaftlichkeit. Nachteile sind die langen Trocknungszeiten, es gibt einen relativ engen Anwendungsbereich und für kleine Auflagen lohnt es sich kaum. 

 

Was: Von der Druckform über die Gummituchwalze auf das Druckmaterial

Für: Papier, Karton, Kunststoff, Glas

 

Flachdruck

Masse und Klasse vereint bietet besonders der Siebdruck. Wie der Name schon erahnen lässt, wird hierbei ein Sieb verwendet, auf das eine Schablone gelegt wird. Die Farbe wird durch das Sieb auf den zu bedruckenden Artikel gepresst. Das Verfahren eignet sich auch für hohe Auflagen und verspricht eine besonders hohe Qualität. 

 

Was: Chemische Prozesse 

Für: Textilien, Zeitungen, Bücher

 

Andere Druckverfahren 

Digitaldruck

Viele dieser Verfahren werden heutzutage durch den Digitaldruck abgelöst. Vom Computer visualisiert wird das Druckbild direkt an die Druckmaschine übertragen. Es sind keine vorgefertigten Schablonen mehr nötig und der Druck rentiert sich auch schon bei kleinen Mengen. So kann man Kosten sparen und zusätzlich noch deutlich besser auf die kreativen und individuellen Kundenwünsche eingehen. 

Was: Digitale Übertragung auf Druckmaschine 

Für: Aufkleber, Aluminium, Bücher

 

Sublimationsdruck

Sublimation ist die Bezeichnung des Übergangs von festem zu gasförmigem Zustand. Zuerst wird das Design mit speziellen Druckertinten auf ein Trägerpapier gedruckt. Dieses Papier wird dann mit der bedruckten Seite auf die Textilie gelegt. Durch eine Hitze von bis zu 200 Grad verwandeln sich die Farbpigmente in Gase, die dann in die Fasern der Textilien eindringen. Zwar sind die Farben auf Wasserbasis umweltfreundlicher als die auf Chemikalien-Basis aber die Stoffe müssen mindestens 85% Polyester enthalten, damit das Verfahren funktionieren kann. Das Ergebnis kommt ohne jegliche Beschichtungen daher und ist oft sehr originalgetreu. 

Was: Veränderung des Aggregatzustandes (fest zu gasförmig)

Für: Textilien, Keramik, Aluminium

27 Mai 2022 — Landia Bussieweke

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